Welt-Thrombose-Tag 2020: Coronapandemie und Thrombosetherapie zusammendenken

Anlässlich des diesjährigen Welt-Thrombose-Tags weist der Europäische Herstellerverband für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel – eurocom e. V. – auf die Wichtigkeit der Kompressionstherapie zur effektiven Thrombosebehandlung und Thromboseprophylaxe hin. Oda Hagemeier, Geschäftsführerin eurocom, erklärt dazu: „Gefäßkrankheiten zählen zu den großen Volkskrankheiten, an denen allein in Deutschland 22 Millionen Menschen leiden. Sie sind auf die rechtzeitige und ununterbrochene Therapie mit Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie dringend angewiesen. Dies gilt gerade unter den Bedingungen von Corona, die Komplikationen begünstigen, insbesondere weil Patienten aus Angst vor einer Infektion den Gang zur Arztpraxis meiden, notwendige Untersuchungen vernachlässigen.“ Den direkten und indirekten Einfluss des Covid-19-Virus auf die Thrombosegefahr und den hohen Stellenwert der Kompressionstherapie betont Professor Markus Stücker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie: „Corona, Thromboseprophylaxe und Thrombosetherapie sollte man nicht isoliert betrachten. Die Infektion mit dem Covid-19-Virus kann zu einer erhöhten Rate von venösen Thrombosen und Lungenembolien führen. Denn nicht nur Immobilität bei Patienten im Krankenhaus, sondern auch Bewegungsmangel im Alltag können auslösende Faktoren sein. Deshalb sollte man das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen in Betracht ziehen, um das Risiko einer Thrombose zu minimieren.“

Kompressionstherapie alternativlos

Gerade bei phlebologischen Leiden kann eine nicht rechtzeitige und nicht konsequente Behandlung mit Kompressionstherapie erhebliche Folgeschäden erzeugen. Erkrankungen des Venensystems können zu akuten Komplikationen wie Thrombosen und Lungenembolien und zu chronischen Erkrankungen in Form von Hautentzündungen bis hin zum offenen Bein führen. Diese Problematik zeigt sich gerade jetzt während der Corona-Krise in besonderem Maße, weiß Professor Stücker: „Es ist inzwischen gut dokumentiert, dass es im Rahmen der Corona-Infektion gehäuft zu thromboembolischen Komplikationen kommt. Unabhängig von der direkten Einwirkung der Virusinfektion sehen wir jedoch zunehmend in unseren Ambulanzen sehr ausgedehnte schwere Thrombosen bei Patienten, die sich aus Angst vor der Corona-Infektion nicht aus dem Haus bzw. nicht zum Facharzt getraut haben. Gerade bei diesen ausgedehnten schwereren Thrombosen ist neben der medikamentösen Thrombosetherapie die sofortige Einleitung einer suffizienten Kompressionstherapie angezeigt, um die Wahrscheinlichkeit eines postthrombotischen Syndroms zu verringern. Nach einer kurzen Entstauungsphase über wenige Tage ist hier die rasche Versorgung mit medizinischen Kompressionsstrümpfen von größter Bedeutung, da sich gezeigt hat, dass eine verzögerte Versorgung mit Kompressionsstrümpfen zu einer erhöhten Rate an postthrombotischen Syndromen führt.“

Patienten hochzufrieden und therapietreu

Die hohe Relevanz medizinischer Kompressionsstrümpfe für den therapeutischen Erfolg aus Patientensicht belegt das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung aus 2019.
89 Prozent der Betroffenen sind hochzufrieden mit ihrer Kompressionsversorgung, weil ihre Beschwerden gelindert werden und sie dadurch ihren Alltag wieder besser bewältigen können. Bei 60 Prozent der Patienten gehen Schwellungen zurück,
43 Prozent haben weniger Schmerzen, 61 Prozent sind mobiler. Insgesamt 74 Prozent der Menschen, die medizinische Kompressionsstrümpfe tragen, gewinnen nach eigener Aussage an Lebensqualität zurück und zeichnen sich durch große Therapietreue aus: Die durchschnittliche Tragedauer beträgt 11 Stunden pro Tag an sechs Tagen pro Woche.

Die Ergebnisse der Allensbach-Patientenbefragung „Steigende Lebensqualität durch weniger Schmerz und mehr Mobilität“ können auf der eurocom-Website unter https://www.eurocom-info.de/service/publikationen/ kostenlos als Print-Broschüre bestellt werden und stehen dort auch zum Download bereit.

Über eurocom

eurocom ist die Herstellervereinigung für Kompressionstherapie, orthopädische Hilfsmittel und digitale Gesundheitsanwendungen. Der Verband versteht sich als Gestalter und Dialogpartner auf dem Gesundheitsmarkt und setzt sich dafür ein, das Wissen um den medizinischen Nutzen, die Wirksamkeit und die Kosteneffizienz von Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln zu verbreiten. Zudem entwickelt eurocom Konzepte, wie sich die Hilfsmittelversorgung aktuell und in Zukunft sicherstellen lässt. Dem Verband gehören nahezu alle im deutschen Markt operierenden europäischen Unternehmen aus den Bereichen Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel an.

Pressekontakt

Antje Schneider, eurocom e.V. – European Manufacturers Federation for Compression Therapy and Orthopaedic Devices
Reinhardtstraße 15, D – 10117 Berlin
Fon: +49 (0) 30 – 25 76 35 06 – 3 , Mobil: +49 (0) 1 76 – 61 33 07 60,
Mail: antje.schneider@eurocom-info.de, www.eurocom-info.de